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Lüftungstechnik

Kontrollierte Wohnungslüftung

 

Mit der Energieeinsparverordnung 2002 (ENEV) müssen Gebäude weiter im Energieverbrauch gesenkt werden. Das Niedrigenergiehaus ist somit zum "Mindeststandard" geworden. Für eine Berechnung des Energiebedarfs werden die Eigenschaften des Baukörpers und die installierte Haustechnik zu Grunde gelegt. Somit ist die bedarfsgerechte Lüftung von beheizten Gebäuden von Beginn an Bestandteil aller Planungsunterlagen. Das Zusammenspiel von Heizungstechnik einschließlich der Lüftungstechnik und der Baukonstruktion, mit dem Ziel der effektiven Verminderung des gesamten Energiebedarfs, hat erheblich an Bedeutung gewonnen. Der bei dem Niedrigenergiehaus häufig als Empfehlung verstandene Einsatz von Lüftungsanlagen ist bei Häusern nach ENEV, bei entsprechender Berücksichtigung in der Berechnung, vorgeschrieben. Die Energieersparnis ergibt sich durch die Reduzierung der Lüftungswärmeverluste aus der unkontrollierten Fensterlüftung auf ein hygienisch notwendiges Mindestmaß, sowie durch die Wärmerückgewinnung aus der Abluft.



Be- und Entlüftungsanlagen


Bei zentralen Be- und Entlftungsanlagen wird analog zu reinen Abluftanlagen die Luft aus den feuchte- und geruchsbelasteten Rumen abgesaugt und aus dem Gebude gefhrt. Zustzlich wird ein weiteres Leitungssystem aufgebaut, welches die Auenluft zentral ansaugt und als Zuluft in die Wohn- und Schlafrume verteilt.

 

Quelle: Fresh

 

Im Lftungsgert wird mit Hilfe eines Wrmetauschers die in der Abluft enthaltene Wrme genutzt, um die Auenluft vorzuwrmen. Das obige Bild zeigt eine zentrale Be- und Entlftungsanlage mit Wrmerckgewinnung (Fresh). Abluftrume sind wie bei den zentralen Abluftanlagen in der Regel Kchen, Hauswirtschaftsrume und Badezimmer. In diesen Rumen treten die grten Feuchte- und Geruchsbelastungen auf. ber Tellerventile gelangt die Luft in das Rohr- oder Kanalsystem. Zuluftrume sind Wohn- und Aufenthaltsrume. ber Ventile strmt die von der Lftungsanlage vorgewrmte Luft in den Raum. Wenn mglich sollten sogenannte Weitwurfdsen verwendet werden. Diese werden oberhalb der Innentren montiert. Der Luftstrahl strmt parallel zur Decke in Richtung der Auenwand. Dort fllt er ab und ber den Bodenbereich geht er durch die berstrmffnungen zu den Abluftrumen.

Flure, Treppenhuser oder auch offene Wohnkchen verbinden die Zu- und Abluftrume und werden als berstrmrume bezeichnet. Damit der Luftstrom auch bei geschlossenen Tren mglich ist, wird in der Regel der Spalt zwischen Trblatt und dem Fuboden zwischen 1 und 1,5 cm ausgefhrt. Eine weitere Mglichkeit ist die berstrmffnung ber der Trzarge und des Trsturzes einzubauen.

Das Lftungsgert sollte mglichst zentral im Gebude angeordnet sein. Dadurch knnen kurze Lftungsleitungen realisiert werden. Vor und hinter dem Gert sind Schalldmpfer angeordnet, um eine bertragung des Ventilatorgerusches in die Wohnrume und nach auen zu vermeiden. Zwischen den Zuluftrumen sind ebenfalls Schalldmpfer anzuordnen. Damit wird zustzlich eine Schallbertragung zwischen den Rumen vermieden. Die Energieeffiziens des Lftungsgertes wird durch die Leistungsaufnahme pro gefrdertem m Luft und Stunde klassifiziert. Anzustreben sind Werte zwischen 0,20 und 0,40 Watt/(m/h). Fr moderne Anlagen mit optimierten Motoren und Ventilatorschaufeln ist dieser Wert leicht zu erreichen. Voraussetzung dafr ist ein richtig dimensioniertes Luftleitungsnetz, damit der Schnittpunkt zwischen Kanalnetz und Ventilatorkennlinie im Bereich des maximalen Wirkungsgrades des Lftungsgertes liegt.

Zur Vorwrmung der Auenluft kann ein Erdwrmetauscher eingesetzt werden. Dieser ermglicht eine nahezu gleichmige Auenlufttemperatur am Lftungsgert ber das ganze Jahr. Dadurch wird die Gefahr der Vereisung des Wrmetauschers verhindert. In der Regel kann bei einer Lnge von 40 m und einer Verlegetiefe von mindestens 1,5 m die Frostsicherheit der Auenluft gewhrleistet werden.

 


Abluftanlagen

 

Bei einer zentralen Abluftanlage wird über ein Rohr- oder Kanalsystem mit einem Ventilator Luft aus belasteten Räumen (Ablufträume) abgesaugt und zentral aus dem Gebäude geführt. Über Nachströmöffnungen in den Außenwänden gelangt in der gleichen Menge Außenluft in das Gebäude. Angebracht sind Öffnungen in den Wohn- und Schlafräumen. Bei dieser Art von Anlagen erfährt die Luft keine Aufbereitung.

 

Quelle: Fresh

 

Ablufträume sind in der Regel Küchen, Hauswirtschaftsräume und Badezimmer. In diesen Räumen treten die größten Feuchte- und Geruchsbelastungen auf. Über Tellerventile gelangt die Luft in das Rohr- oder Kanalsystem. Zulufträume sind Wohn- und Aufenthaltsräume. Über die Außenluftdurchlässe strömt die Luft aus dem Freien in die Räume. Die Durchlässe können als Wand- oder Fensterdurchlässe ausgeführt werden. Flure, Treppenhäuser oder auch offene Wohnküchen verbinden die Zu- und Ablufträume und werden als Überströmräume bezeichnet. Außenluftdurchlässe für die Wand bestehen aus einem sog. Modulrohr mit üblichen Durchmessern zwischen 90 und 150 mm. Dieses wird möglichst während der Bauphase in die Wand eingesetzt. Außen ist es mit einem Gitter als äußerem Wetterschutz versehen. Innen wird ein Ventil zur Einstellung des Volumenstromes montiert.